Möwe spiegelt sich im Wattenmeer, Titelbild des Projekts Küstenwandel
Familie auf Wattwanderung spiegelt sich im Watt, Bild auf dem Kopf stehend

Plastik-Aktions-Woche und Fotowettbewerb vom 14.-19.9.2020

Seit 1964 hat sich die Produktion von Plastik laut WWF verzwanzigfacht. Derzeit werden an die 400 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr hergestellt. Und es wird damit gerechnet, dass sich die Menge produzierten Plastiks in den nächsten 20 Jahren noch verdoppeln wird. Der Löwenanteil von 36 Prozent der Plastikproduktion wird für Verpackungen verwendet. Nur etwa 16 Prozent davon werden recycelt und für neue Plastikprodukte wiederverwendet. Der Rest landet in der Müllverbrennungsanlage oder im schlimmsten Fall in der Umwelt.

Corona hat das Problem weiter verschärft, denn hygienisch verschlossene Einwegverpackungen in Hotels oder verpackte Speisen zum Mitnehmen sind erneut an der Tagesordnung. Auf der anderen Seite mehren sich die Unverpackt-Läden, gibt es DIY-Anleitungen zur Kosmetikherstellung ohne Plastik und die obligatorische Plastiktüte zum Einkauf ist aus den meisten Läden verschwunden. Trotzdem bleibt die Frage, welchen Weg gehen wir mehrheitlich und wie konsequent sind Industrie, Politik und Verbraucher dabei?

Um darüber aufzuklären und zu informieren, welche Probleme Kunststoffe verursachen und wie sie vermieden werden können, gibt es seit zwei Jahren die stetig wachsende Plastik-Aktions-Woche in unserer Region. In diesem Jahr ist neben dem Landkreis Wittmund erstmals auch der Landkreis Friesland involviert. Vom 14.-19. September 2020 zeigen unterschiedliche Akteure in verschiedensten Formaten, wie jeder zu weniger Plastikmüll beitragen kann. Auf den Marktständen werden plastikfreie Alternativen für den Alltag gezeigt und Infomaterial verteilt. Workshops und Vorträge laden dazu ein, sich etwa über verpackungsarmes Einkaufen oder Mehrwegkonzepte zu informieren. Ausstellungen und Führungen visualisieren die Problematik, zeigen aber auch Lösungen auf. Zudem finden Müllsammelaktionen anlässlich des internationalen Coastal Cleanup Day am 19.9. statt.

Veranstalter sind Bildungs- und Nationalparkhäuser, Tourismuseinrichtungen, Umweltgruppen und Naturschutzvereine, (Hoch-)Schulen, Ehrenamtliche, Unternehmer*innen, und eine Kirchengemeinde. Sie alle gemeinsam haben sich ein vielfältiges Programm überlegt, dass die aktuellen Corona-Hygieneauflagen berücksichtigt. Zu finden ist es auf der Website www.plastik-aktions-woche.de im digitalen Veranstaltungskalender der Ostfriesland Tourismus GmbH sowie auf Plakaten und Aushängen vor Ort.

Als besonders Angebot zum Mitmachen findet begleitend zur Aktionswoche ein Fotowettbewerb statt, an dem sich jede*r kreativ beteiligen und mit abstimmen kann. Hochgeladen werden die Bilder dazu ab 14.9. auf folgender Website: https://buergerlabor.ihjo.de/plastikfrei
Unter dem Motto „Plastikfrei – ich bin dabei!“ kann ein selbstgemachtes Foto eingereicht werden, welches das eigene Engagement für eine Welt ohne (Einweg-)Plastik zeigt. Dies kann z.B. ein spannender Müll-Fund beim Sammeln sein oder eine Szene die zeigt, was einem persönlich hilft (Einweg-)Plastik zu vermeiden. Auch ein tolles Bild von einer Veranstaltung zum Thema darf mit ins Rennen gehen. Unterstützt wird die Foto-Challenge vom Bürgerlabor des Projektes Innovative Hochschule Jade-Oldenburg und zu gewinnen gibt es dreimal einen Gutschein im Wert von 50 Euro für einen Unverpackt-Laden in Wittmund bzw. Friesland.

Die Schirmherrschaft für die diesjährige Plastik-Aktions-Woche wurde dankenswerterweise vom deutsch-niederländischen Projektverbund Watten-Agenda übernommen. Dieser setzt sich für einen nachhaltigen Tourismus am UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ein, wozu auch die Vermeidung von Plastik gehört. In dem Interreg V A-Projekt arbeiten Touristiker und Naturschützer gemeinsam an einem ganzen Bündel innovativer Maßnahmen, um auf vielfältige Weise Begeisterung und Bewusstsein für den sensiblen Naturraum Wattenmeer zu wecken, nachhaltiges Eventmanagement und umweltschonende Mobilität anzustoßen, die Lichtverschmutzung zu reduzieren, und Kultur und Natur zu verbinden. Zu den Projektpartnern gehören Stichting Merk Fryslân, Marketing Groningen, die Internationale Dollard Route e.V., Die Nordsee GmbH, die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer sowie die Ostfriesland Tourismus GmbH als Lead-Partner. Persönliche Statements der Leiter*innen der Organisationen zur Plastik-Aktions-Woche finden sich auf der oben genannten Website.

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